Präsidentenwahl in Iran

Die Präsidentenwahl fiel dieses Jahr in meinen Iran-Aufenthalt. Das habe ich natürlich ausgenenutzt und bin zum Wahllokal gegangen, um an der Urne direkt über das zukünftige Schicksal der Regierung abzustimmen. Schließlich gilt auch dort wie überall: Wer stimmt, bestimmt.

Auch hierzu kommen mir Gedanken, die ich aus Zeitgründen verschieben muss. Die Wahl ist nun vorüber und Iran darf ruhigeren Zeiten entgegensehen. Ich finde es sehr bezeichnend, dass Iraner und Iranerinnen entgegen den Unkenrufen aus Amerika, entgegen des schon so lang anwährenden Embargos und überhaupt entgegen der allgemeinen Propaganda und den Misstönen in der Medienlandschaft so besonnen gewählt hat und keinen Hardliner zur Macht verholfen haben. Es war eine gute Übung für uns alle dort, dass wir erkennen können, wie es in unserer Hand liegt, wenn und wen wir wählen. Das ist Demokratie von der Pike an zu erlernen. Diese Wahl wird Auswirkungen auf die Gewaltenteilung und viele bürokratische Prozedere haben, dessen bin ich mir gewiss. Auch wenn die Zentralmacht in den Händen pietistischer Würdenträger bleibt, glaube ich an die Wirkung dieser Erkenntnis. Wir dürfen alle gespannt sein – die Welt mit eingenommen –, was uns Iran in den nächsten Jahren noch für Überraschungen bereithält. / 23. Mai 2017, Teheran

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