Reisebericht

 

Bei meiner Durchsicht der vielen Webseiten über Iran bin ich dank eines Hinweises von Denise auf folgenden Blog gestoßen, der ziemlich anschaulich über Iran bzw. Teheran berichtet. Da ich diese Seite für empfehlenswert halte, möchte ich sie meinen Besuchern nicht vorenthalten.
Here you go: https://www.travelita.ch/salam-teheran-iran-reiseguide/
Sämtliche Bilder: © Anita Brechbühl

Restaurant-Gilac-Teheran
Essen aus Gilan in Teheran

Viel Spaß beim Lesen. Und wenn Sie sich entschlossen haben, dahin zu reisen, dann fragen Sie bei mir nach. Ich habe für jedermann/jedefrau ein Programm.
/ Zürich, 09.08.2017

Darband-Teheran
Darband – der beliebte Ausflugsort für Iraner

Spannendes aus Iran

2017-07-31 21.55.37

„Wieder ein Buch über Iran, wieder jemand, der meint, sich zu Iran äußern zu müssen“, so dachte ich, als ich das Buch in einer Buchhandlung am Hottingerplatz entdeckte. Etwas widerstrebend nahm ich das Buch vom Regal und schmökerte kurz darin. Was mich gleich in Bann zog, war die Sprache des Buches. In ruhigen Zügen schildert hier eine Journalistin ihre persönlich erlebten Eindrücke eines Landes, das selbst für Einheimische manchmal nur sehr schwer zu durchschauen ist. Und sie macht es gut. Ihre vorsichtige Herangehensweise, ihre behutsame Beschreibung der Situationen und Menschen, ohne Besserwisserei, ohne je sich in den Vordergrund zu drängen, gelingt es dieser Autorin, sich in das Herz jedes Iranliebhabers einzuschreiben. Sie lässt die Menschen selbst erzählen, rundet ihre Aussagen mit eigenen Recherchen ab und stellt sie der offiziellen Darstellung gegenüber. Herausgekommen ist ein Buch, dass nicht nur durch ihre Sachlichkeit besticht, sondern auch durch eine einfühlsame Art für die unterschiedlichen Probleme der Iraner selbst. Kurz und gut: Wenn Sie mit dem Buch durch sind, haben Sie das Gefühl, sie könnten es gleich wieder lesen. Nicht weil sie nichts verstanden haben, beileibe nicht, sondern weil sie hier zum ersten Mal die Seele der Iraner und Iranerinnen vor sich spüren. Mit diesem Buch kommt der Leser dem Innenleben der iranischen Bevölkerung erstaunlich nahe und dies geht eben nur, in dem Charlotte Wiedemann sich auch in ihrer schriftlichen Fassung dem geheimnisvollen Treiben der Iraner und Iranerinnen anpasst. Ihre Kernaussagen kommen unverhofft inmitten der Beschreibung eines Charakters oder einer Situation im Bazaar bzw. wenn sie religiösen Ansichten nachgeht. Sie scheut sich auch nicht, so schwierige Themen wie Modernität, Technologie oder das Trauma aus dem irakischen Aggressionskrieg gegen Iran aufzunehmen. Aus welchem Schatten tritt Iran? Des Rätsels Lösung finden Sie im Buch.

Wer nach Iran reisen möchte, der dürfte mit diesem Buch eine der besten Vorbereitungen getroffen haben. Und nach dem Lesen alles selbst im Land in Augenschein zu nehmen, ist der beste Dank an die Arbeit der Autorin.

Hier folgen einige Zitate in lockerer Folge aus dem Vorwort eines Buches, das ich nur jedem wärmstens empfehlen kann:

„Selbstbild, Fremdbild – wie die Iraner sich selber sehen und wie sie aus dem Westen betrachtet werden, das ist der Ausgangspunkt dieses Buches. (Aus dem Vorwort, S. 7) … Mein Bild von Iran beruht vor allem auf meinen eigenen Erfahrungen. Es ist also der Natur nach subjektiv, auch wenn ich mich um etwas bemühe, was im Fall Iran selten eingefordert wird. Ausgewogenheit. (S. 9) … Ich war eine Art Märtyrerin und erlebte zum ersten Mal, wie Iraner das Leiden verehren, wenn es dem Kampf gegen Unrecht geschuldet ist. (S. 10) Das Selbstwertgefühl der Iraner weist viele Brüche auf; ihnen wird in diesem Buch immer wieder nachgegangen, denn sie scheinen mir ein Schlüssel zum Verständnisses des Landes zu sein. … Sich zugleich überlegen und unterlegen zu fühlen, ist ein typisch iranischer Komplex. … Viele Iraner wünschen sich sehnlich, die Isolation zu überwinden und wieder als geachtetes Mitglied der Gemeinschaft der Nationen zu gelten. Da es der Westen war, der die Islamische Republik unter Bann gestellt hat, galt jeder westliche Tourist früher als möglicher Vorbote eines Tauwetters. Heute, da Besucher in größerer Zahl kommen, fungieren sie als Kronzeugen einer neuen Zeit. (S. 10-11) … Iran fasziniert mich, weil es sich schnellen Deutungen immer entzieht. … Komplex sind die Machtstrukturen und Entscheidungsprozesse, der ständige Konflikt zwischen den theokratischen und den republikanischen Elementen des Systems. (S. 12) … Tatsächlich hat die Frage, wie westlich sie sein wollen und wie sie sich zu einer westlich definierten Moderne verhalten, die Iraner seit mehr als einem Jahrhundert immer wieder umgetrieben. Die Frage begleitet deshalb auch dieses Buch. (S. 13)“

Buchbesprechung: Wiedemann, Charlotte: Der neue Iran. Eine Gesellschaft tritt aus dem Schatten. München: dtv, 2017.

Mein Besuch in Kerman

Für viele meiner Freunde kam die Nachricht überraschend, als ich ihnen zu Beginn des Sommers mitteilte, in die Provinz Kerman zu reisen und die Gegend zu bekunden. Überraschend deshalb, weil Kerman berühmt ist für seine Wüstengebiete und sein heißes Klima. Dennoch wollte ich gehen und sehen, was es dort an Sehenswürdigkeiten abseits des Mainstreams gibt. Ich hatte eine frisch gegründete Touristikfirma entdeckt, die mir das Angebot machte, Kerman neu mit ihren Augen zu sehen. Ich habe es angenommen. Was dabei herauskam, werde ich in einem der nächsten Einträge oder einem Link dazu mitteilen. / 4. Juni 2017