Gewalt in Hamburgs Straßen

 

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Das Treffen der G20 in Hamburg wurde durch die fulminanten Straßenkämpfe überschattet. Auch ich bin der Meinung, dass Opposition sein muss und demonstriert werden darf, doch wenn die Gewalt solche Ausmaße annimmt, dann muss sie ihren Zweck in Frage stellen lassen. Wir unterschätzen das diplomatische Geschäft extrem. Viele solcher Treffen dienen in der Regel auch dazu, dass sich die Staatschefs persönlich wieder begegnen, wie im Fall Trump und Putin ja geschehen. Es hat sogar sofort Früchte gezeigt.

Die Frage bleibt dennoch, warum ausgerechnet diese 20 Länder dazu gehören sollen? Viele wichtige Länder in Afrika waren nicht dabei, auch asiatische Länder könnten noch etwas dazu beitragen. Die von Schmidt seinerseits zum ersten Mal eingeführte Sitzung mit den Länderchefs – zu Beginn waren es nur einige, wenn mich nicht alles täuscht 5 – diente dazu, dass sich die Regierungsoberhäupter dieser wichtigen Länder für einige Tage ungestört über alles austauschen konnten, was die Weltpolitik betrifft. Der Austausch hatte zur Folge, dass sich die Politik international harmonisierte und vor bösen Überraschungen gefeit war. Es lässt sich fragen, ob das bei so vielen Ländern ebenfalls gelingt. Das bezweifle ich. Warum sich die wichtigsten Wirtschaftsnationen nicht untereinander treffen können, ohne dass dann gleich wieder geschrien wird, verstehe ich nicht ganz. Ist es der Neid der Besitzlosen? Echte Sorge um die Weltpolitik? Wir leben doch in einer Demokratie, wo sich jeder frei äußern kann und auch in die Opposition gehen kann, ohne um Leib und Leben zu fürchten. Die Diskussion darüber ist noch nicht ausgestanden. Fragt sich nur, welche Form ein solches Treffen in Zukunft einnehmen soll. Es lohnt sich, über die Organisation solcher Treffen und wer daran unbedingt teilnehmen soll, nachzudenken. Bin gespannt! / 11. Juli 2017