Laura Secor: Children of Paradise

Secor, Laura: Children of Paradise. The Struggle for the Soul of Iran. New York: Riverhead Books, 2016. (Electronic Edition)

Ein Buch, auf das mich ein bekannter deutscher Verleger aufmerksam gemacht hat. Er hatte sich Gedanken gemacht, ob er die Übersetzungsrechte dieses Buches einfordern sollte. Ich habe es ohne sein Wissen gelesen, um ihn damit zu überraschen. Es ist ein interessant geschriebenes Buch über die politische Lage in Iran, vor allem, wie die jetzige Regierung mit der Jugend umgeht. Jedes Thema ist aus der Sicht von Beteiligten geschrieben, was das Buch sehr interessant werden lässt. Bei aller Sympathie, die ich für das Buch hege und auch für die darin angesprochenen Probleme, wünschte ich mir dennoch eine etwas distanziertere Betrachtung.

Der Autor ergreift Partei für die Belange derjenigen Menschen, die der Regierung kritisch gegenüberstehen. Die meisten Länder, die sich im Mittleren und Nahen Osten für eine demokratische oder republikanische Regierungsform entschieden haben, haben Mühe, das Phänomen der Opposition richtig einzuordnen. Dass es dennoch geht, zeigt dieses Buch, das ebenfalls nur reifen Lesern zu empfehlen ist, allerdings erleichtert auch hier eine Bibliografie sowie ein Schlagwort- und Personenregister das Auffinden wichtiger Passagen. Wer nicht Gefahr laufen möchte, über Iran nur pauschal zu urteilen, dem sei dieses Buch auf jeden Fall ans Herz gelegt. Für eine Übersetzung wünsche ich mir eine knappere Ausgabe des Originals und vielleicht ein Nach- oder Vorwort, das das Buch in das alltägliche Geschehen in Iran einordnet. Auf jeden Fall zeigt das Buch die Wege, wie Opposition im Land betrieben werden kann, ohne gleich militant zu werden. Beileibe keine leichte Aufgabe. / Zürich und Teheran, im Januar

Aus dem Vorwort der Schluss:  What follows is not the history of the Islamic Republic of Iran. That would be presumptuous if not impossible for a foreign reporter to write. This is a book about real people, some more famous or more admirable than others, but people whose complex and imperfect lives illuminate the passages through which they’ve traveled. There are no American protagonists and no American policy prescriptions. It is a book about Iranians, and it is a history – a hidden history, for the most part, of a powerful and protean current in the political and intellectual life of a nation.

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